Alkohol in der Schwangerschaft

Stör Luftaufnahme von Maike Dudde

Manche Frauen kennen es: in der Schwangerschaft erhalten sie ungefragt Tipps zum Verhalten und  zu Gesundheitsthemen. Einige sind sicherlich hilfreich, andere stammen aus dem Bereich der Mythen, wie:

  • Du musst Mozart hören, dann wird dein Kind genial.
  • Du musst nun für zwei essen.
  • Ab und zu mal einen Sekt trinken, schadet nicht sondern regt den Kreislauf an.

Klassische Musik zu hören schadet nicht. Für zwei zu essen kann für überflüssige Pfunde sorgen, die auch nach der Geburt hartnäckig auf den Hüften sitzen. Besorgniserregend ist der Tipp, in der Schwangerschaft Alkohol zu trinken.

Seit über 20 Jahren findet jährlich am 09.09. der internationale TAG DES ALKOHOLGESCHÄDIGTEN KINDES statt. Mit diesem Tag möchte man das Bewusstsein für die Gefahren des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft schärfen und auf die Lebenssituation der Menschen mit der Diagnose FASD und deren Familien hinweisen.

Alkohol ist ein Zellgift, welches nicht nur viele Krankheiten und Beeinträchtigungen sondern in der Schwangerschaft Missbildungen beim Kind auslösen kann. Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland pro Jahr 10.000 Kinder bei ihrer Geburt alkoholgeschädigt sind. Diese Schädigungen  äußern sich beispielsweise durch Minderwuchs, Gesichtsveränderungen, organische Schäden, geistige und motorische Entwicklungsverzögerungen, Verhaltensstörungen, geistige Behinderungen. Fachleute sprechen von fetaler Alkohol Spektrumsstörung kurz FASD (Fetal Alcohol Spectrum Disorder).

Der Verein FASD Deutschland e.V.  engagagiert sich seit Jahren für die Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit über den Alkoholkonsum in der Schwangerschaft. In der Broschüre „Lebenslang durch Alkohol“ erklärt der Verein Hintergründe und zeigt Möglichkeiten auf, welche Hilfen es für Betroffene gibt.

Fachleute empfehlen Frauen, die schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen, keinen Alkohol zu trinken. Werdende Väter können ihre Partnerinnen dahingehend unterstützen, dass sie in dieser Zeit selbst auf Alkohol verzichten.

Weitere Informationen zum Umgang mit Alkohol in der Schwangerschaft finden sich auf der Website „kenn-dein-limit.de oder in Form eines Erklärvideos auf der Website der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS). Zum Anschauen des Videos klicken Sie bitte auf den Link, der Sie zur HLS führt.

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